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    Mega-Mobilitätsprojekt in NRW

    Volle Strahlkraft für den RRX Viele Jahre haben die Bürger in Nordrhein-Westfalen warten müssen, ab 2018 soll er endlich für ein besseres Regionalbahn-Netz sorgen: Der Rhein-Ruhr-Express, kurz RRX.

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    Bei der Herstellung der Teile für den neuen Rhein-Ruhr-Express kommt es auf Genauigkeit und Perfektion an. Als Strahlmittel verwendet Siemens das mineralische Strahlmittel ASILIKOS, das STEAG Power Minerals aus Schmelzkammergranulat herstellt.

    82 neue Züge im einheitlichen Design sollen sicherstellen, dass in naher Zukunft die Regionalbahnen im 15-Minuten-Rhythmus zwischen Köln und Dortmund pendeln. Konstruiert und gebaut werden sie von Siemens. Aber auch STEAG Power Minerals leistet einen Beitrag dafür, dass die neuen Züge nicht nur pünktlich aufs Gleis kommen, sondern dort auch lange in einwandfreiem Zustand bleiben können.

    Mit bis zu 160 Kilometern in der Stunde wird der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ab 2018 durch NRWs dichtbesiedelte Region zwischen Köln und Dortmund unterwegs sein. 800 Personen finden in jedem Zug Platz, der mit kostenlosem W-Lan, geringem Geräuschpegel sowie vor allem mit dem angestrebten 15-Minuten-Takt bei den Berufspendlern punkten will. Im Juli 2017 präsentierte Siemens den ersten Prototypen des neuen Elektrotriebzugs, bestehend aus je zwei Mittelteilen, die das Unternehmen in Wien baut, und zwei Kopfteilen, die das Werk im nordrhein-westfälischen Krefeld herstellt.

    ASILIKOS: guter Reinigungseffekt, geringe Aggressivität
    Zwei bis drei dieser Kopfteile pro Tag werden bei Siemens in Krefeld produziert. Dafür müssen unzählige Einzelteile millimetergenau zugeschnitten, geformt und anschließend exakt zusammengeschweißt werden. Damit die anschließend aufgebrachte Lackierung dauerhaft hält, muss das Kopfteil im folgenden Schritt zunächst gestrahlt werden. Als Strahlmittel verwendet Siemens das mineralische Strahlmittel ASILIKOS, das STEAG Power Minerals aus Schmelzkammergranulat herstellt.

    Zum Einsatz kommt eine extra feine Körnung von 0,09 bis 0,25 Millimetern. „Der RRX wird in Leichtbauweise konstruiert, die Außenhaut wird dabei unter anderem aus Aluminium, also aus so genannten weichen Metallen hergestellt“, erklärt Marco David, stellvertretender Leiter Vertrieb Strahlmittel & Industriemineralien bei STEAG Power Minerals. „Ziel war und ist es, einen guten Reinigungseffekt zu erzielen, ohne dass das Strahlmittel zu aggressiv auf das Metall einwirkt.“ Die feine Körnung bewirkt, dass Verunreinigungen und Fremdkörper wie Rückstände aus dem Montageprozess abgetragen werden. Die Außenhaut wird dabei angeraut, um eine bessere Haftbarkeit der späteren Beschichtung zu gewährleisten. Gegenüber mechanischen Reinigungsprozessen wie dem Schleifen oder dem Bürsten bietet das feine Strahlmittel den Vorteil, dass ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt wird. Auch schwer zugängliche Stellen werden zuverlässig gereinigt.

    „Eine weitere wichtige Eigenschaft, die das Strahlmittel mitbringt ist, dass es frei von freien ferritischen Anteilen ist“, so Marco David weiter. Das ist wichtig, um einer möglichen Korrosion unter der späteren Lackschicht vorzubeugen. „Das von uns gelieferte Strahlmittel weist einen verschwindend geringen Eisenanteil auf. Diese Eisenpartikel sind jedoch in einer Glasmatrix gebunden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Eisenanteile mit dem Aluminium in Kontakt kommen äußerst gering.“

    Wirtschaftlicher als Mehrwegstrahlmittel
    Insgesamt werden für die Strahlarbeiten an den 164 Zugköpfen des RRX rund 250 Tonnen ASILIKOS benötigt. „Natürlich stand auch die Frage im Raum, ob es möglich ist, Mehrwegstrahlmittel einzusetzen, um die Materialkosten gering zu halten“, so Dirk Stüning, Projektleiter bei Siemens. „Jedoch haben wir gemeinsam mit den Experten von STEAG Power Minerals letztendlich ASILIKOS als wirtschaftlichstes Produkt identifiziert. „Wiederverwendbare Produkte mit vergleichbaren Eigenschaften wie ASILIKOS wären beispielswiese Glasgranulat oder Granatsand“, so Marco David. „Zahlreiche Faktoren am Standort Krefeld sprachen allerdings gegen den Einsatz von Mehrwegstrahlmitteln. So besteht im Siemens-Werk keine Möglichkeit der Aufbereitung. „Ein Mehrwegstrahlmittel muss von Fremdpartikeln und Staub befreit werden, bevor es dem Kreislauf erneut zugeführt werden kann. Ansonsten lässt sich auf Dauer kein einheitliches Ergebnis erzielen“, so David.

    Ein zusätzlicher Punkt, der für ASILIKOS sprach, war die mögliche Lagerung im vorhandenen Strahlmittelsilo. „Die bereits genannten Mehrwegstrahlmittel sind ausschließlich in Papiersäcken oder Big Bags erhältlich. „Für die notwendige trockene Lagerung hätten ausreichende überdachte Flächen vorhanden sein müssen. Zudem hätte der dauerhafte Transport der Säcke oder Big Bags per Gabelstapler einen erhöhten Personalbedarf verursacht.“

    Insgesamt 1.200 Tonnen Strahlmittel pro Jahr
    Zwei bis drei Mal in der Woche liefert ein von STEAG Power Minerals beauftragtes Silofahrzeug rund zwanzig Tonnen ASILIKOS nach Krefeld. Neben dem RRX werden auch die anderen Zugwaggons, die Siemens am niederrheinischen Standort herstellt, mit ASILIKOS gestrahlt. Rund 1.200 Tonnen pro Jahr werden dafür benötigt.

    Im Jahr 2020 soll der letzte der 82 RRX-Züge auf die Schiene gebracht werden. Für Siemens ist das größte Projekt für den deutschen Schienenverkehr damit aber längst nicht beendet. „Im Gegenteil“, bestätigt Stüning. „Ein wesentlicher Bestandteil des Auftrags ist die Wartung der Züge und die damit verbundene Sicherstellung der möglichst uneingeschränkten Nutzbarkeit des RRX bis ins Jahr 2050. Mit unserem Servicewerk, das gerade in Dortmund-Eving entsteht, wollen wir eine Verfügbarkeitsquote von über 99 Prozent realisieren.“ Den Grundstein für diese hohe Zuverlässigkeit legt Siemens aktuell in Krefeld, wo in den kommenden zwei Jahren mit höchsten Qualitätsansprüchen an NRWs Zug der Zukunft gearbeitet wird.

    Für jedes Strahl-Projekt die richtige Körnung
    Bereits seit zehn Jahren entstehen im Strahlmittelwerk von STEAG Power Minerals in Lünen die hochwertigen Produkte ASILIKOS, AFESIKOS und ASILIT. Gewonnen werden diese Einwegstrahlmittel aus Schmelzkammergranulat, das im Verbrennungsprozess von Steinkohle im Kraftwerk entsteht. „Es handelt sich bei diesen drei Produkten um rein mineralische Produkte mit geringen Mengen an Schadstoffen und freier Kieselsäure“, erläutert Marco David, stellvertretender Leiter Vertrieb Strahlmittel & Industriemineralien bei STEAG Power Minerals. „Sie sind daher nicht nur besonders umweltschonend, sondern auch ideal geeignet für den Einsatz auf empfindlichen Oberflächen.“

    Rund 160.000 Tonnen Strahlmittel kann das Werk in Lünen Jährlich produzieren. Noch immer zählt es zu den modernsten seiner Art in Europa. Auf den Hundertstelmillimeter genau kann die gewünschte Körnung in den Maßen von 0,04 bis fünf Millimetern bereitgestellt werden. Durch die 2016 eingeführte neue Werkslogistik konnten zudem die Logistikprozesse am Standort optimiert werden.