• DE
  • Good Morning, Vietnam!

    Im Rahmen einer aktiven Geschäftsfeldentwicklung sondiert STEAG Power Minerals bereits seit einiger Zeit Möglichkeiten, um mit Aktivitäten in neuen Märkten Perspektiven für Kraftwerksnebenprodukte zu entwickeln. Als Region mit aussichtsreichem Potenzial für den Transfer der in vier Jahrzehnten aufgebauten Kompetenzen des Unternehmens kristallisierte sich der südostasiatische Raum heraus. Mit dem neuen Partner Hoang Son realisiert STEAG Power Minerals jetzt den ersten Schritt für den Markteintritt im aktuellen Fokusland Vietnam.

    Vietnam hat große wirtschaftliche Ziele: Nach rasanter Entwicklung zum Schwellenland will der südostasiatische Staat bereits in naher Zukunft den Status als Industrieland erreichen. Entsprechend starkes Wachstum verzeichnen die Energiewirtschaft und die Bauindustrie des Landes, auch die Digitalisierung wird stark vorangetrieben. Um den mit der Entwicklung einhergehenden Energiebedarf zu decken, wurde seitens der Regierung im Jahr 2016 eine Verdreifachung der steinkohlebasierten Energieerzeugung auf 47,6 GW im Jahr 2025 (dann ca. 55% im erwarteten Energiemix) beschlossen.

    Kraftwerksnebenprodukte guter Qualität
    Durch diesen Kapazitätsausbau in der steinkohlebasierten Energieerzeugung ist in den nächsten Jahren eine Verdoppelung der aktuell jährlich anfallenden 14 Mio. Tonnen Steinkohlenflugasche zu erwarten. Da die heimischen Kohlereserven begrenzt sind, wird in den küstennahen Bestands- und Neubaukraftwerken zunehmend importierte Steinkohle zum Einsatz kommen. In Verbindung mit der Nutzung internationaler, optimierter Kraftwerkstechnik ergeben sich dadurch gute Voraussetzungen für Kraftwerksnebenprodukte hoher Qualität. Zusätzlich zur Flugasche wird durch die angestrebte Optimierung der Rauchgasentschwefelungsanlagen zur effizienteren Nutzung von Steinkohle auch die Herstellung von REA-Gips profitieren.

    Nutznießer dieser Entwicklung kann – neben der heimischen und überregionalen Baustoffindustrie – auch die Natur sein: Bereits 2017 war Vietnam mit einer Produktionsmenge von 78 Mio. Tonnen nach China, Indien und den USA der weltweit viertgrößte Zementproduzent – mit steigender Tendenz. Ein verstärkter Einsatz von Flugasche eröffnet hier nicht zuletzt die Chance, den ökologischen Fußabdruck der Zementproduktion positiv zu verändern: Der zur Herstellung von Zement erforderliche Klinker wird bei sehr hohen Temperaturen gebrannt, mit entsprechend hohen CO2-Emissionen. Kommt stattdessen das Kraftwerksnebenprodukt Flugasche zum Einsatz, führt dies zu einer – teilweise erheblichen – Verbesserung der CO2-Bilanz.

    STEAG Power Minerals und Hoang Son:
    strategische Partnerschaft für gemeinsame Ziele.

    Um möglichst schnell und effizient in diesem neuen Markt Fuß zu fassen, setzt STEAG Power Minerals nun auf die Zusammenarbeit mit einem bereits etablierten Partner: die Hoang Son Fly Ash and Cement Joint Stock Company, die ihr operatives Geschäft im Jahr 2015 auf die Vermarktung von Kraftwerksnebenprodukten ausgerichtet hat (s. Infokasten). Bereits bei den ersten Kontaktgesprächen im Frühjahr 2018 zeigte sich das große Potenzial einer Kooperation für beide Seiten: Die langjährige Erfahrung von STEAG Power Minerals im Bereich Kraftwerksnebenprodukte und der lokale Marktzugang Hoang Sons stellen eine optimale gegenseitige Ergänzung dar.

    Nach einigen Monaten, in denen Ideen und Anregungen für die zukünftige Ausgestaltung der Marktbearbeitung ausgetauscht wurden, stand schließlich fest: Die Kooperation soll in Form einer gesellschaftlichen Beteiligung von STEAG Power Minerals an Hoang Son erfolgen. Die entsprechenden Dokumente wurden im Juli unterzeichnet.

    „Gemeinsam mit dem neuen Gesellschafter STEAG Power Minerals wird Hoang Son seine Aktivitäten in den Bereichen Logistik, Technologie, Vertrieb und Prozesse weiter optimieren und so noch besser den Anforderungen der Kunden in Kraftwerks- und Bauwirtschaft nachkommen.“

    Hoang Dai Huy, Geschäftsführer Hoang Son

    Zusammenwachsen – um zusammen zu wachsen
    Nach der Akquisition der Anteile an Hoang Son durch STEAG Power Minerals gilt es in den nächsten Wochen und Monaten, die Zusammenarbeit zu intensivieren und die Stärken beider Partner zu verschmelzen. „Hoang Son ist im Bereich Beschaffung und Vertrieb im vietnamesischen Raum etabliert, was uns viele Türen öffnet und Umwege ersparen wird. Sehr interessante Perspektiven sehe ich in den integrierten Logistiklösungen, mit denen Hoang Son die komplette Wertschöpfungskette vom Kraftwerksbetreiber bis zum Endkunden abdeckt. Diese versetzen uns in die Lage, gemeinsam verschiedenste Dienstleistungen aus einer Hand anzubieten und so eine Alleinstellung im lokalen Markt zu erreichen. Hier können wir auch unsere Erfahrungen in Prozessgestaltung und -abwicklung beisteuern“, so Nils Jansen, Head of International Sales bei STEAG Power Minerals. Darüber hinaus kann STEAG Power Minerals dem vietnamesischen Partner nicht nur umfangreiches Wissen aus dem
    internationalen Umfeld zur Verfügung stellen, sondern durch die Einbettung in den STEAG-Konzern auch langjähriges Know-how aus Anwendungstechnik und Kraftwerkswirtschaft nutzbar machen.

    „Gemeinsam mit dem neuen Gesellschafter STEAG Power Minerals wird Hoang Son seine Aktivitäten in den Bereichen Logistik, Technologie, Vertrieb und Prozesse weiter optimieren und so noch besser den Anforderungen der Kunden in Kraftwerks- und Bauwirtschaft nachkommen“, unterstreicht auch Hoang Dai Huy, Geschäftsführer von
    Hoang Son. Und letztlich verspricht sich Andreas Hugot, Sprecher der Geschäftsführung von STEAG Power Minerals, auch aus dem interkulturellen Austausch einen Zuwachs an Expertise im eigenen Haus: „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie es Hoang Son gelungen ist, innerhalb kurzer Zeit eine derartige Marktposition zu erreichen und die Versorgungssicherheit seiner Kunden im vietnamesischen Markt zu gewährleisten. Dies basiert letztlich auch auf Unternehmenswerten, die in Kultur und Mentalität verankert sind. Auch aus diesem Grund ist die Kooperation für mich eine spannende Sache, und ich bin mir sicher, dass wir mit der Kombination der Stärken unserer Unternehmen einen erfolgreichen Eintritt und eine dauerhafte Präsenz im südostasiatischen Raum erreichen.“