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  • Neue Kompetenz in der Schlackeaufbereitung

    Zuwachs in Brandenburg: Die STEAG Power Minerals-Gruppe hat zum 1. Januar 2020 die Mehrheit der Unternehmensanteile an einer Schlackenaufbereitungsanlage am Standort Zossen übernommen. In Zukunft werden Schlacken und Aschen aus den Abfallverbrennungsanlagen von STEAG dort verarbeitet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt – mit hohem Wertschöpfungspotenzial.

    Wachstumsstrategie schreitet voran
    Ende vergangenen Jahres durfte sich die STEAG Power Minerals-Gruppe über eine neue Gesellschaft im Portfolio freuen: Am 12. Dezember 2019 unterzeichneten beide Parteien die Verträge. „Ich freue mich, dass wir mit der Akquisition einen großen Schritt im Sinne unserer Wachstumsstrategie vorangehen“, so Günter Henkel,  Geschäftsführer von MINERALplus und Initiator des Projekts.

    Damit liegen die Mehrheitsanteile bei der STEAG Power Minerals-Gruppe, ein Teil der nun umfirmierten Gesellschaft MINERALplus Stork GmbH & Co. KG, kurz MPS, gehört weiterhin der Stork Holding GmbH. MINERALplus übernimmt für die STEAG Power Minerals-Gruppe die operative Verantwortung für die neue Anlage, da die  Tochtergesellschaft auf die Entsorgung industrieller Abfälle sowie auf die Baustoffproduktion aus staubförmigen Abfällen von Müllverbrennungsanlagen spezialisiert ist. „So wird die Anlage in Zossen ab Januar 2022 bzw. 2024 Schlacken aus den Müllverbrennungsanlagen IKW Rüdersdorf und T.A. Lauta der STEAG Waste to Energy aufarbeiten und damit die Entsorgung sicherstellen. In der Übergangszeit werden Schlacken anderer Müllverbrennungsanlagen aufbereitet“, bekräftigt Mike Harke, Projektleiter und Prokurist von MPS.

    Aufbereitung von metallischen Rohstoffen
    In Rüdersdorf fallen jährlich rund 55.000 Tonnen Aschen und Schlacken an, in Lauta sind es rund 65.000 Tonnen. Die Aufbereitungsanlage Zossen mit einer genehmigten Verarbeitungskapazität von 150.000 t/a ist für diese Schlacken ausreichend dimensioniert. Außerdem bietet der Standort beste technische Bedingungen: „Die Anlage ist mit moderner sensorgestützter Sortiertechnik ausgestattet. Sie erreicht damit eine besonders hohe Wertschöpfung, weil zum Beispiel Metalle in den Wirtschaftskreislauf  zurückgeführt werden“, erklärt Frank Borchers, neuer Geschäftsführer von MINERALplus Stork. Konkret heißt das: MPS verkauft sortierte Altmetalle wie Eisen, Aluminium, Kupfer und Edelstahl an Metallverwerter weiter und verlängert damit die Wertschöpfungskette innerhalb des Konzerns. „Metall ist der weltweit am meisten wiederverwertete Stoff. Man kann also sagen, dass die heute produzierten Metallprodukte durchschnittlich knapp zur Hälfte aus recyceltem Material bestehen“, bestätigt Bernhard Stork, ebenfalls Geschäftsführer der Gesellschaft. Der Metallanteil in der Schlacke beträgt etwa acht bis zehn Prozent, die restliche Menge ist aufbereitete Fertigschlacke, die als Ersatzbaustoff beispielsweise im Straßen- und Wegebau auf Deponien verwendet werden kann.

    „Die moderne sensorgestützte Sortiertechnik der Anlage erreicht eine besonders hohe Wertschöpfung.“

    Frank Borchers, Geschäftsführer der MINERALplus Stork GmbH & Co. KG

    Technisch ausgeklügelte Separationstechniken
    Die Aufbereitungsanlage am Standort Zossen im Ortsteil Schöneiche wurde bereits 2014 als HEIDER STORK Recycling GmbH vom Entsorger Stork und dem  Entsorgungslogistiker Heider gegründet. Im gleichen Jahr begann die Errichtung der modernsten Aufbereitungsanlage für Schlacken und Aschen aus Müllverbrennungen im Großraum Berlin und Brandenburg, 2015 ging diese in Betrieb. Die inneren Werte können sich durchaus sehen lassen: So zeichnet sie sich durch vier Wirbelstromabscheider im Einsatzbereich von zwei bis 80 Millimeter und spezielle Separationstechniken zur Rückgewinnung von sortenreinem Edelstahl aus.
    Der größte Teil der Anlage befindet sich in einem 80 mal 20 Meter großen Hallenkomplex. Dort werden feste mineralische Abfälle – schwerpunktmäßig Rost- und Kesselaschen, Schlacken aus Verbrennungsanlagen – sorgfältig aufbereitet. Während dieses Prozesses durchlaufen die Abfälle teilweise mehrfach die Aufbereitungsstufen Sieben, Abscheidung von Eisen, Brechen und Abscheidung von Nichteisen.

    „Unsere Expertise im Bereich der Aufbereitung von Sekundärrohstoffen ist groß. Mit der MINERALplus GmbH haben wir jetzt einen Partner dazugewonnen, der ebenfalls langjährige Erfahrung im Bauschuttrecycling mitbringt. Wir freuen uns darauf, unsere Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, sagt Martin Lorenz aus dem Hause Stork und Prokurist der neuen Gesellschaft.